
Aktien kaufen als Anfänger
Du willst deine erste Aktie kaufen, weißt aber nicht wie? Dieser Ratgeber erklärt dir in 5 Schritten den Weg vom Depot bis zur ersten Order – mit konkreten Kosten und Broker-Vergleich.
Du willst deine erste Aktie kaufen, weißt aber nicht wie? Dieser Ratgeber erklärt dir in 5 Schritten den Weg vom Depot bis zur ersten Order – mit konkreten Kosten und Broker-Vergleich.
So kaufst du deine erste Aktie – das Wichtigste auf einen Blick
- 📊 Depot zuerst: Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker – kostenlos ab 0 EUR/Jahr
- 💰 Geringe Einstiegshürde: Schon ab 1 EUR kannst du mit Sparplänen in Aktien oder ETFs investieren
- ⚠️ Häufigster Fehler: Alles auf eine Karte setzen – besser breit streuen mit ETFs
- ✅ Beste Anfänger-Broker: Scalable Capital (95/110 Punkte) und Trade Republic (90/110 Punkte) mit App und niedrigen Gebühren
Aktien kaufen als Anfänger ist einfacher, als du denkst – vorausgesetzt, du gehst strukturiert vor. 14,1 Millionen Menschen in Deutschland investieren bereits in Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das ist ein Rekordhoch (Quelle: Deutsches Aktieninstitut, 2025). Besonders die Unter-40-Jährigen treiben diesen Boom: Knapp 4,9 Millionen junge Anleger sind mittlerweile am Kapitalmarkt aktiv.
Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du als Anfänger deine erste Aktie kaufst. Von der Depot-Eröffnung über die richtige Broker-Wahl bis zur ersten Order – ohne Fachwissen vorauszusetzen.
Was sind Aktien und warum solltest du investieren?
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Wenn du eine Aktie kaufst, wirst du Miteigentümer und profitierst auf zwei Wegen:
- Kurssteigerungen: Der Aktienkurs steigt, wenn das Unternehmen wächst und Gewinne macht. Verkaufst du dann, erzielst du einen Gewinn.
- Dividenden: Viele Unternehmen schütten einen Teil ihrer Gewinne regelmäßig an Aktionäre aus.
Warum überhaupt investieren? Auf dem Sparkonto verliert dein Geld durch die Inflation an Kaufkraft. Historisch betrachtet haben breit gestreute Aktieninvestments langfristig eine durchschnittliche Rendite von 7–9 % pro Jahr erzielt. Allerdings: Kurzfristig können Kurse stark schwanken. Aktien eignen sich daher vor allem für einen Anlagehorizont von mindestens 5–10 Jahren.
In 5 Schritten zur ersten Aktie
Depot bei einem Online-Broker eröffnen
Du brauchst ein sogenanntes Wertpapierdepot – das ist wie ein Konto, auf dem deine Aktien verwahrt werden. Die Eröffnung dauert bei den meisten Online-Brokern nur 10–15 Minuten per Video-Ident oder E-Ident. Die Depotführung ist bei allen Top-Brokern kostenlos (Stand: Februar 2026).
Geld auf das Verrechnungskonto einzahlen
Zu deinem Depot gehört ein Verrechnungskonto. Dorthin überweist du das Geld, mit dem du Aktien kaufen möchtest. Bei einigen Brokern bekommst du sogar Zinsen auf ungenutztes Guthaben – zum Beispiel 2,00 % p.a. bei Trade Republic und Scalable Capital (Stand: Februar 2026).
Aktie oder ETF auswählen
Überlege dir, in welches Unternehmen oder welchen Index du investieren möchtest. Als Anfänger bieten sich breit gestreute ETFs an – etwa ein MSCI World ETF, der über 1.500 Unternehmen weltweit abbildet. Einzelaktien sind spannend, erfordern aber mehr Recherche.
Order aufgeben
Suche die gewünschte Aktie oder den ETF in der App deines Brokers. Gib die Stückzahl ein, wähle den Ordertyp und bestätige den Kauf. Bei einer Market-Order wird sofort zum aktuellen Kurs gekauft.
Position beobachten – aber nicht ständig
Deine Aktie oder dein ETF liegt jetzt im Depot. Prüfe den Kurs gelegentlich, aber verfalle nicht in Panik bei kurzfristigen Schwankungen. Langfristiges Halten ist bei den meisten Anfängern die erfolgreichste Strategie.
Welchen Broker wählst du als Anfänger?
Für den Aktienkauf brauchst du einen Broker – ein Unternehmen, das deine Orders an die Börse weiterleitet. Die Depotführung ist bei den meisten Online-Brokern inzwischen kostenlos. Die Unterschiede liegen bei Ordergebühren, ETF-Sparplan-Angebot und App-Qualität.
Hier die Top-5 Broker für Anfänger im Capitalo Depot-Vergleich (Stand: Februar 2026):
| Broker | Capitalo Score | Ordergebühr | ETF-Sparpläne | Sparplan-Kosten | Min. Sparrate |
|---|---|---|---|---|---|
| Scalable Capital | 95/110 Punkte | 0,99 EUR | 2.778 | 0,00 EUR | 1 EUR |
| Trade Republic | 90/110 Punkte | 1,00 EUR | 2.500 | 0,00 EUR | 1 EUR |
| Traders Place | 90/110 Punkte | ab 0,95 EUR | 2.500 | 0,00 EUR | 1 EUR |
| SMARTBROKER+ | 88/110 Punkte | 4,00 EUR | 1.670 | 0,00 EUR | 1 EUR |
| ING | 86/110 Punkte | 4,90 EUR + 0,25 % | 1.198 | 0,00 EUR | 1 EUR |
Alle genannten Broker sind von der BaFin reguliert und bieten eine gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 EUR auf dem Verrechnungskonto. Deine Wertpapiere im Depot sind als Sondervermögen auch bei einer Insolvenz des Brokers geschützt.
Ordertypen einfach erklärt
Wenn du eine Aktie kaufst, musst du einen Ordertyp wählen. Die drei wichtigsten sind:
Market-Order (Bestens-Order)
Du kaufst sofort zum aktuellen Marktpreis. Schnell und einfach – ideal für liquide Aktien wie DAX-Werte oder große US-Unternehmen. Allerdings: Bei wenig gehandelten Aktien kann der tatsächliche Preis vom angezeigten abweichen.
Limit-Order
Du legst einen Höchstpreis fest, den du maximal zahlen möchtest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs diesen Preis erreicht oder unterschreitet. Sinnvoll, wenn du nicht mehr als einen bestimmten Betrag zahlen willst.
Stop-Loss-Order
Du setzt einen Kurs, bei dem deine Aktie automatisch verkauft wird. Das schützt dich vor größeren Verlusten. Wenn du zum Beispiel eine Aktie für 100 EUR kaufst und einen Stop-Loss bei 85 EUR setzt, wird sie verkauft, sobald der Kurs auf 85 EUR fällt.
Anfänger-Empfehlung: Für den Einstieg reicht die Market-Order bei großen, viel gehandelten Aktien oder ETFs völlig aus. Eine Limit-Order ist sinnvoll, wenn du gezielt zu einem bestimmten Preis kaufen möchtest. Einen Stop-Loss solltest du bei größeren Einzelpositionen in Betracht ziehen.
Welche Kosten fallen beim Aktienkauf an?
Beim Aktienkauf gibt es verschiedene Kostenarten. Je nach Broker fallen unterschiedliche Gebühren an:
1. Ordergebühren (pro Kauf/Verkauf)
Die Gebühr, die der Broker für die Ausführung deiner Order berechnet. Bei Neobrokern wie Trade Republic nur 1,00 EUR pro Order, bei Direktbanken wie ING ab 4,90 EUR + 0,25 % des Ordervolumens (Stand: Februar 2026).
2. Spread
Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Diesen Spread zahlst du immer – er ist im Kurs enthalten. Bei großen Aktien wie Apple oder Siemens beträgt der Spread oft nur wenige Cent. Bei kleinen, wenig gehandelten Aktien kann er höher ausfallen.
3. Depotgebühren
Die jährliche Gebühr für die Führung deines Depots. Alle Top-Broker in unserem Vergleich berechnen 0 EUR Depotgebühren.
4. Steuern (Abgeltungsteuer)
Steuern auf Aktiengewinne: Auf Gewinne aus Aktienverkäufen und Dividenden fällt die Abgeltungsteuer an: 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer. Das ergibt einen effektiven Steuersatz von circa 26,375 % (§ 32d EStG).
Du hast einen Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Person (2.000 EUR für Verheiratete, § 20 Abs. 9 EStG). Bis zu diesem Betrag bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei. Richte bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag ein – dann wird die Steuer erst ab Überschreitung des Freibetrags automatisch abgeführt.
Die 5 häufigsten Anfängerfehler – und wie du sie vermeidest
ETF-Sparplan statt Einzelaktien – der smarte Einstieg
Wenn du als Anfänger nicht weißt, welche Aktien du kaufen sollst, ist ein ETF-Sparplan die einfachste Lösung. Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach – etwa den MSCI World mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern.
Vorteile von ETF-Sparplänen
- Breite Streuung über hunderte Unternehmen in einem Produkt
- 0,00 EUR Sparplangebühr bei allen Top-Brokern (Stand: Februar 2026)
- Einstieg schon ab 1 EUR pro Monat möglich
- Automatische Ausführung – du musst dich um nichts kümmern
- Kosten-Durchschnitts-Effekt: Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile
Nachteile gegenüber Einzelaktien
- Keine gezielte Auswahl einzelner Unternehmen
- Durchschnittsrendite des Marktes (keine gezielte Outperformance)
- Enthält auch schwach laufende Unternehmen im Index
Grundsätzlich gilt: Für die meisten Anfänger ist ein monatlicher ETF-Sparplan auf einen breiten Weltindex der beste Start. Du investierst automatisch, profitierst vom Kosten-Durchschnitts-Effekt und brauchst keine aufwändige Aktienanalyse. Später kannst du immer noch Einzelaktien dazunehmen.
5,3 Millionen Anleger in Deutschland nutzen bereits Sparpläne – ein Plus von 1,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr (Quelle: DAI, 2025). Der Trend ist eindeutig.
