
Depot Kosten & Gebühren: Was Anleger wirklich zahlen
Depot Kosten {year}: Alle Gebühren im Überblick – Depotgebühren, Orderkosten, Spread & TER. Mit Rechenbeispielen und Spartipps. Günstigstes Depot finden.
Kurz & knapp: Depot-Kosten setzen sich aus Depotführungsgebühren (0–60 EUR/Jahr), Ordergebühren (0–25 EUR/Order), Sparplan-Ausführungsgebühren (0–1,5 %) und dem Spread zusammen. Neobroker bieten die günstigsten Konditionen mit 0 EUR Depotgebühr und 0–1 EUR pro Order. Bei 10 Orders pro Jahr und einem 200-EUR-Sparplan liegen die Gesamtkosten zwischen 0 EUR (Neobroker) und über 250 EUR (Filialbank). Stand: Februar 2026
Du zahlst Ordergebühren – das weißt du. Aber weißt du auch, was dich der Spread kostet? Oder dass dein ETF jedes Jahr automatisch Geld von deinem Vermögen abzieht? Die offensichtlichen Depotgebühren sind oft nur die Spitze des Eisbergs.
Grundsätzlich gilt: Wer die verschiedenen Kostenarten bei einem Wertpapierdepot kennt, kann Hunderte Euro pro Jahr sparen. In diesem Ratgeber schlüsseln wir alle Depot-Kosten auf – von der Depotführungsgebühr über die Orderkosten bis hin zu versteckten Gebühren, die leicht übersehen werden. Falls du noch kein Depot hast, hilft dir unser Depot Vergleich bei der Wahl des günstigsten Anbieters.
Welche Kosten fallen bei einem Depot an?
Bei einem Wertpapierdepot gibt es vier Hauptkostenarten: Depotführungsgebühren, Ordergebühren, Sparplan-Kosten und indirekte Kosten. Die gute Nachricht: Bei vielen Online-Brokern und Direktbanken entfallen die ersten drei Kostenarten teilweise oder vollständig.
Depotführungsgebühren
Die Depotführungsgebühr ist die jährliche Grundgebühr für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Sie fällt unabhängig davon an, ob du handelst oder nicht.
Hier gibt es einen entscheidenden Faktor: Der Broker-Typ bestimmt die Höhe. Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net zero erheben keine Depotgebühr – 0 EUR pro Jahr. Ebenso verzichten Direktbanken wie ING und DKB auf diese Gebühr. Bei Filialbanken sieht es anders aus: Sparkassen und Volksbanken verlangen typischerweise 20–60 EUR pro Jahr, oft abhängig vom Depotvolumen.
Manche Anbieter knüpfen die kostenlose Depotführung an Bedingungen. Beim S Broker ist das Depot kostenlos, wenn du mindestens eine Transaktion pro Quartal durchführst oder einen Vermögensbestand von mindestens 10.000 EUR hast. Andernfalls werden 11,97 EUR pro Quartal fällig. Die Commerzbank verlangt eine Order pro Quartal für die kostenlose Depotführung – sonst fallen 0,175 % p.a. (mindestens 4,95 EUR/Quartal) an.
Ordergebühren (Transaktionskosten)
Ordergebühren sind die Kosten, die bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren anfallen. Sie machen bei aktiven Anlegern den größten Kostenblock aus.
Es gibt drei Gebührenmodelle:
Festpreismodell: Du zahlst einen fixen Betrag pro Order, unabhängig vom Volumen. Trade Republic berechnet beispielsweise 1 EUR pro Order, finanzen.net zero erhebt 0 EUR (plus 1 EUR Fremdkostenpauschale über Gettex). Die DKB arbeitet mit einem Festpreis von 10 EUR.
Prozentualmodell: Die Gebühr richtet sich nach dem Ordervolumen. Die ING berechnet 4,90 EUR Grundgebühr plus 0,25 % des Ordervolumens – bei einer 2.000-EUR-Order sind das 9,90 EUR, bei 10.000 EUR bereits 29,90 EUR.
Mischmodell mit Minimum/Maximum: Viele Direktbanken kombinieren Festpreis und Prozentsatz mit einer Mindest- und Höchstgebühr. Bei der ING liegt das Maximum bei 69,90 EUR pro Order.
Hierbei zeigt sich der größte Kostenvorteil der Neobroker: Während eine Order über 5.000 EUR bei der ING 17,40 EUR kostet, zahlst du bei Trade Republic nur 1 EUR – eine Ersparnis von 94 %.
Sparplan-Ausführungsgebühren
Sparplan-Ausführungsgebühren fallen bei jeder automatischen Ausführung deines ETF- oder Aktien-Sparplans an. Sie werden entweder als Festbetrag oder als Prozentsatz der Sparrate berechnet.
Die meisten Neobroker bieten komplett kostenlose ETF-Sparpläne an. Trade Republic hat über 2.500 kostenlose ETF-Sparpläne, Scalable Capital rund 1.920 und finanzen.net zero etwa 1.776. Auch die ING bietet alle 1.198 ETF-Sparpläne gebührenfrei an. Alle Anbieter im Detail findest du im ETF Sparplan Vergleich.
Allerdings gibt es Ausnahmen: Die DKB berechnet 1,50 EUR pro Ausführung (außer bei rund 470 kostenlosen Aktions-ETFs). Der S Broker nimmt 1,25 % der Sparrate – bei einem 200-EUR-Sparplan also 2,50 EUR pro Monat.
Über ein Jahr summiert sich das: Bei 12 Ausführungen à 200 EUR zahlst du beim S Broker 30 EUR, bei der DKB 18 EUR – und bei Trade Republic 0 EUR.
Indirekte Kosten: Spread, TER und Fremdwährung
Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es Kosten, die nicht als separate Position auf deiner Abrechnung erscheinen.
Spread: Die Differenz zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid) eines Wertpapiers. Bei liquiden ETFs und Aktien liegt der Spread während der Xetra-Handelszeiten (9:00–17:30 Uhr) typischerweise bei 0,01–0,10 %. Außerhalb dieser Zeiten – etwa abends oder am Wochenende – kann der Spread bei Neobrokern, die nur über einen Handelsplatz handeln, spürbar steigen. Bei einer 5.000-EUR-Order macht ein Spread von 0,30 % bereits 15 EUR aus.
TER (Total Expense Ratio): Die laufenden Fondskosten eines ETFs werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Du siehst sie nicht als separate Belastung. Ein MSCI-World-ETF kostet typischerweise 0,12–0,22 % pro Jahr. Bei einem ETF-Portfolio von 50.000 EUR und einer TER von 0,20 % zahlst du 100 EUR jährlich – automatisch und unsichtbar.
Fremdwährungsgebühren: Bei Käufen in US-Dollar oder anderen Fremdwährungen berechnen manche Broker eine Wechselkursmarge von 0,25–0,50 %. Wenn du regelmäßig US-Aktien kaufst, summiert sich das.
Depot Kosten im Vergleich: 3 Rechenbeispiele
Was bedeuten die verschiedenen Gebührenmodelle in konkreten Zahlen? Hier drei typische Anleger-Profile:
Profil 1: ETF-Sparer (200 EUR/Monat Sparplan)
| Broker | Depotgebühr | Sparplan-Kosten/Jahr | Gesamt/Jahr |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| ING | 0 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| DKB | 0 EUR | 18 EUR | 18 EUR |
| S Broker | 0 EUR | 30 EUR | 30 EUR |
Profil 2: Gelegenheits-Trader (10 Orders à 2.000 EUR + 200 EUR Sparplan)
| Broker | Depotgebühr | Orderkosten/Jahr | Sparplan/Jahr | Gesamt/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| finanzen.net zero | 0 EUR | 10 EUR | 0 EUR | 10 EUR |
| Trade Republic | 0 EUR | 10 EUR | 0 EUR | 10 EUR |
| ING | 0 EUR | 99 EUR | 0 EUR | 99 EUR |
| DKB | 0 EUR | 100 EUR | 18 EUR | 118 EUR |
Profil 3: Aktiver Trader (50 Orders à 5.000 EUR)
| Broker | Depotgebühr | Orderkosten/Jahr | Gesamt/Jahr | 10-Jahres-Kosten |
|---|---|---|---|---|
| finanzen.net zero | 0 EUR | 50 EUR | 50 EUR | 500 EUR |
| Trade Republic | 0 EUR | 50 EUR | 50 EUR | 500 EUR |
| ING | 0 EUR | 870 EUR | 870 EUR | 8.700 EUR |
| Filialbank | 40 EUR | 750 EUR | 790 EUR | 7.900 EUR |
Die Unterschiede sind enorm: Über 10 Jahre zahlt der aktive Trader bei der ING bis zu 8.700 EUR an Gebühren – bei einem Neobroker nur 500 EUR. Das sind 8.200 EUR, die stattdessen in dein Portfolio fließen könnten.
Versteckte Kosten beim Depot: Worauf du achten musst
Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es fünf Kostenfallen, die leicht übersehen werden:
1. Spread außerhalb der Handelszeiten: Wenn du abends oder am Wochenende bei einem Neobroker handelst, der nur über einen Handelsplatz verfügt, kann der Spread deutlich höher ausfallen. Tipp: Handele nach Möglichkeit zwischen 9:00 und 17:30 Uhr – dann orientieren sich die Kurse am Xetra-Referenzmarkt.
2. ETF-Kosten (TER): Die laufenden Fondskosten werden unsichtbar vom Fondsvermögen abgezogen. Du merkst es nicht auf deinem Kontoauszug, aber bei 50.000 EUR Depotvolumen und 0,20 % TER sind das 100 EUR pro Jahr. Wähle ETFs mit niedriger TER – bei den meisten Standard-Indizes gibt es ETFs unter 0,20 % p.a.
3. Fremdwährungsgebühren: US-Aktien werden in Dollar gehandelt. Manche Broker berechnen eine Wechselkursmarge von 0,25–0,50 %. Bei 10 Käufen à 1.000 USD sind das 25–50 EUR zusätzlich.
4. Inaktivitätsgebühren: Einzelne Broker berechnen Gebühren, wenn du über einen bestimmten Zeitraum keine Trades ausführst. Prüfe das Preis-Leistungsverzeichnis vor der Depot-Eröffnung.
5. Depotübertrag-Kosten: Ein Depotwechsel ist in Deutschland grundsätzlich kostenlos (BGH-Urteil). Allerdings können bei ausländischen Lagerstellen oder bestimmten Wertpapierarten (z. B. Bruchstücke) Einschränkungen bestehen. Mehr dazu im Ratgeber Depot übertragen.
So sparst du bei den Depot-Kosten
Wenn du deine Depot-Kosten auf ein Minimum reduzieren möchtest, helfen diese vier Strategien:
Tipp 1: Neobroker nutzen. Trade Republic, Scalable Capital und finanzen.net zero bieten 0 EUR Depotgebühr und 0–1 EUR pro Order. Für die meisten Anleger – besonders ETF-Sparer – ist ein Neobroker die günstigste Wahl. Alle Anbieter findest du im Depot Vergleich.
Tipp 2: Kostenlose ETF-Sparpläne wählen. Die meisten Broker bieten Hunderte ETFs ohne Ausführungsgebühr an. Prüfe, ob dein Wunsch-ETF auf der Liste steht – bei den gängigen MSCI-World- und FTSE-All-World-ETFs ist das fast immer der Fall. Mehr dazu im ETF Sparplan Vergleich.
Tipp 3: Innerhalb der Xetra-Handelszeiten handeln. Der Spread ist zwischen 9:00 und 17:30 Uhr am niedrigsten. Vermeide Orders am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen – besonders bei Neobrokern mit nur einem Handelsplatz.
Tipp 4: Freistellungsauftrag einrichten. Richte bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag über den Sparerpauschbetrag ein: 1.000 EUR (Ledige) bzw. 2.000 EUR (Verheiratete). Damit sparst du dir die automatische Abführung der Abgeltungssteuer (25 % + Soli) auf die ersten Kapitalerträge.
Stand: Februar 2026 | Alle Angaben ohne Gewähr. Depot-Konditionen können sich ändern. Alle genannten Broker sind BaFin-reguliert und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 EUR.
