Firmentagesgeld im Vergleich: Die besten Angebote 2026
Kurz & knapp: Firmentagesgeld ermöglicht es Unternehmen, Liquiditätsreserven flexibel und sicher anzulegen – mit aktuell bis zu 4,25 % Zinsen p.a. Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Bank gilt auch für juristische Personen wie GmbH, UG oder AG. Nicht jede Bank bietet Tagesgeld für Geschäftskunden an: Während Privatpersonen aus über 30 Anbietern wählen können, ist das Angebot für Firmen mit rund 20 Anbietern kleiner. Hier findest du die Anbieter, die Firmentagesgeld anbieten – mit Zinsen, Rechtsform-Check und Einlagensicherung im Überblick.
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Wenn dein Unternehmen Liquiditätsreserven auf dem Geschäftskonto parkt, verschenkst du bares Geld. Bei 200.000 EUR auf dem Geschäftskonto mit 0 % Zinsen versus einem Firmentagesgeldkonto mit 2,30 % bedeutet das: 4.600 EUR pro Jahr, die einfach liegen bleiben.
Der Firmentagesgeld-Markt ist allerdings kleiner als der Privatkundenmarkt. Nicht jede Bank akzeptiert Geschäftskunden, und die Konditionen unterscheiden sich deutlich – vor allem bei den akzeptierten Rechtsformen und der Einlagensicherung.
Grundsätzlich gilt: Achte nicht nur auf den Zinssatz, sondern auch darauf, ob deine Rechtsform akzeptiert wird und wie die Einlagen gesichert sind.
Was ist Firmentagesgeld und für wen lohnt es sich?
Firmentagesgeld ist ein Tagesgeldkonto, das speziell für Unternehmen und juristische Personen angeboten wird – also für GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG, KG, eingetragene Kaufleute und Freiberufler. Es funktioniert wie ein privates Tagesgeldkonto: Du überweist Firmengelder darauf und bekommst dafür Zinsen. Das Geld bleibt täglich verfügbar.
Ein Rechenbeispiel: Liegt auf dem Geschäftskonto deiner GmbH eine Reserve von 200.000 EUR, bringt dir ein Firmentagesgeldkonto mit 2,30 % Zinsen rund 4.600 EUR pro Jahr – Geld, das auf dem Geschäftskonto bei 0 % einfach verfallen würde.
Besonders lohnend ist Firmentagesgeld für:
- GmbHs und UGs mit Stammkapital oder Rücklagen auf dem Geschäftskonto
- Freiberufler und Einzelunternehmer mit höheren Betriebsreserven
- Startups mit frischem Kapital aus Finanzierungsrunden, das noch nicht investiert ist
- Saisonunternehmen mit schwankender Liquidität
- Vereine und Stiftungen mit gebundenem Vermögen
Hierbei gilt: Je höher die Liquiditätsreserve, desto mehr lohnt sich der Vergleich. Bei 50.000 EUR macht der Unterschied zwischen 1,00 % und 2,30 % bereits 650 EUR pro Jahr aus.
Firmentagesgeld oder Geldmarktfonds: Was ist der Unterschied?
Neben klassischem Firmentagesgeld als Bankeinlage gibt es eine zweite Variante: Geldmarktfonds-basierte Angebote von Anbietern wie Vivid Money, Holvi oder UnitPlus. Die Unterschiede sind relevant:
| Kriterium | Bankeinlage (klassisch) | Geldmarktfonds |
|---|---|---|
| Anbieter | DKB, ING, TIDE, FYRST, Targobank | Vivid Money, Holvi, UnitPlus |
| Einlagensicherung | Ja, bis 100.000 EUR | Nein |
| Insolvenzschutz | Bis Sicherungsgrenze | Sondervermögen (unbegrenzt) |
| Zinsgutschrift | Quartalsweise oder monatlich | Täglich oder werktäglich |
| Regulierung | BaFin (Bankeinlage) | BaFin oder AFM (Fondsprodukt) |
Was bedeutet das konkret? Bei einer klassischen Bankeinlage sind deine Firmengelder durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt. Geldmarktfonds bieten hingegen keinen Einlagenschutz – dafür sind sie als Sondervermögen insolvenzgeschützt, auch über 100.000 EUR hinaus.
Wenn du als Geschäftsführer größere Beträge (über 100.000 EUR) anlegen möchtest und dir Sondervermögensschutz wichtiger ist als Einlagensicherung, können Geldmarktfonds-Angebote die bessere Wahl sein. Für Beträge unter 100.000 EUR bietet die klassische Bankeinlage mit Einlagensicherung allerdings den sichereren Rahmen.
Einlagensicherung beim Firmentagesgeld: Wie sicher ist das Geld?
Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Bank und Einleger gilt grundsätzlich auch für Unternehmen – mit einer wichtigen Einschränkung: Finanzinstitute und öffentliche Stellen sind ausgenommen. Für normale Unternehmen (GmbH, UG, AG, Einzelunternehmen) greift der Schutz in voller Höhe.
Bei höheren Anlagebeträgen empfiehlt sich die Verteilung auf mehrere Banken. Wenn dein Unternehmen 500.000 EUR an Rücklagen hat, kannst du diese auf 5 Banken mit jeweils 100.000 EUR verteilen – und so die volle Einlagensicherung nutzen.
Zusätzlich sind viele deutsche Banken Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), der Einlagen weit über 100.000 EUR absichert. FYRST (Deutsche Bank) bietet beispielsweise eine Sicherung bis 437.500 EUR. Sparkassen und Volksbanken haben eigene Institutssicherungen, die Einlagen unbegrenzt schützen.
👉 Prüfe bei der Bankenwahl, ob dein Anbieter Mitglied im freiwilligen Sicherungsfonds ist – besonders bei größeren Anlagebeträgen.
Firmentagesgeld eröffnen: Ablauf und Unterlagen
Die Eröffnung eines Firmentagesgeldkontos ist etwas aufwändiger als bei Privatkonten, weil zusätzliche Unternehmensdokumente benötigt werden. Plane 5 bis 10 Bankarbeitstage ein.
Benötigte Unterlagen:
- Handelsregisterauszug (nicht älter als 6 Monate)
- Gesellschaftsvertrag oder Satzung
- Personalausweise der Geschäftsführer bzw. Vorstände
- Nachweis der Zeichnungsberechtigung
- Referenz-Geschäftskonto (als Ein- und Auszahlungskonto)
- Ggf. Transparenzregister-Auszug
Du benötigst in der Regel ein Geschäftskonto als Referenzkonto für Ein- und Auszahlungen. Einige Anbieter wie ING oder ProCredit Bank ermöglichen die Eröffnung allerdings auch ohne bestehendes Konto bei der jeweiligen Bank.
Ablauf in 6 Schritten:
- Online-Antrag ausfüllen (Firmendaten, Rechtsform, Branche)
- Unterlagen hochladen oder per Post einsenden
- Identität der Geschäftsführer verifizieren (Video-Ident oder Post-Ident)
- Bank prüft Unterlagen (2-5 Bankarbeitstage)
- Konto wird freigeschaltet, Referenzkonto hinterlegt
- Geld überweisen und Zinsen erhalten
💡 Tipp für Einzelunternehmer und Freiberufler: Ohne Handelsregistereintrag benötigst du in der Regel nur deinen Personalausweis und eine Gewerbeanmeldung bzw. einen Nachweis deiner freiberuflichen Tätigkeit. Die Eröffnung geht deutlich schneller.
Steuern auf Firmentagesgeld: Was Unternehmen wissen müssen
Zinserträge aus Firmentagesgeld werden anders besteuert als bei Privatpersonen. Die Abgeltungssteuer (25 %) greift hier nicht. Stattdessen fließen die Zinsen in den Unternehmensgewinn ein und werden besteuert mit:
- Körperschaftsteuer: 15 % (bei Kapitalgesellschaften wie GmbH, UG, AG)
- Solidaritätszuschlag: 5,5 % auf die KSt
- Gewerbesteuer: je nach Hebesatz der Gemeinde (ca. 7-17 %)
Bei Personengesellschaften (KG, OHG, GbR) und Einzelunternehmen gelten die Einkommensteuersätze der Gesellschafter bzw. des Inhabers.
Hierbei ist ein wichtiger Aspekt: Einige Firmentagesgeld-Anbieter führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab (z. B. DKB, Targobank). Bei anderen – insbesondere bei ausländischen Banken oder Geldmarktfonds-Anbietern – musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.
⚠️ Hinweis: Die steuerliche Behandlung hängt von deiner konkreten Unternehmensform und Situation ab. Sprich mit deinem Steuerberater über die optimale Zuordnung der Zinserträge.

